adidas SLVR AW2010 – WEDGE
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12. Juli 2010Derjenige, der gestern Abend zum ersten Mal Fußball schaute, musste sich wohl verwundert die Augen reiben: Eine Gruppe dunkel-dezent gekleideter, schmaler Studenten der Agrarwissenschaften aus Spanien ließ sich von einer aggressiven holländischen Straßengang nicht (oder kaum) aus der Ruhe bringen. Ihr emeritierter Professor, Vicente del Bosque, erklärte ihnen dann in der Halbzeitpause, was es mit Cholerikern aus sich hat und wie man mit ihnen umgehen muss, ohne dabei selbst allzu großen Schaden zu erleiden. Und so kam es, wie bei fast allen Spielen der Spanier bei dieser WM: Am Ende gewinnen immer die Reichen (Ballbesitz!), mag der Gegner auch noch so am vergoldeten Tor rütteln. Noblesse oblige! Die Holländer müssen nun vielleicht doch mal bei Johan Cruyff anklopfen.
Wie komplex Fußball sein kann, stellte der Spitzen-Streetfighter Nigel de Jong nach dem Spiel klar: Die Holländer hätten nur verloren, weil ihnen Schiri Howard Webb einen Eckball nicht gab. Ähnlich viel Fußballsachverstand brachte nur ZDF-Finalkommentator Bela Rethy auf die Waage, der mit GEZ-gestärkter Stimme über das schwache Spiel jammerte. Dabei waren wohl nur seine Kippen alle.
Titelregen übrigens aus für Germany: Thomas Müller kriegt als bester Torschützer den „Goldenen Schuh“ und die Auszeichnung für den besten jungen Spieler. Jogi Löw das Bundesverdienstkreuz, allerdings nicht von Sepp Blatter, sondern von Chrissi Wulff. Diego Forlán ist bester Spieler des Turniers, Iker Casillas bester Keeper. Spanien gewinnt die Fair-Play-Wertung (ihre Freude wird keine Grenzen kennen).
Nach Rücksprache mit Bela Rethy und Olli Kahn kann ich sagen: Diese WM wurde mal wieder vom Fußball überschattet.

























